Die TSV- Fußballabteilung wurde am 8.12.1906 im Lokal "Zum Parlament" gegründet. Sie erhielt den Namen "Fußballriege des TV 1873 Heusenstamm". Dieser Name wurde bereits 1907 in "Spielriege" umbenannt. Gespielt wurde auf einem Brachfeld hinter der "Waldesruhe". Der Spielbetrieb selbst kam nur stockend in Gang, und es wurde nur ab und zu ein Spiel ausgetragen. Das besserte sich, als die 1. und   2. Mannschaft innerhalb der Deutschen Turnerschaft im Gau Offenbach - Hanau spielten. Bedingt durch die gehobene Spielstärke trat man 1910 dem Süddeutschen Fußballverband bei und wurde zunächst in die C - Klasse eingereiht.

Auch wurde der Spielplatz zum sogenannten Schäferhof an der Frankfurter Straße verlegt, wo später die Gärtnerei Jost betrieben wurde und heute ein Hochhaus als städtische Dominante steht.Inzwischen wurde der Verein durch eine Neueinteilung der B - Klasse zugeteilt. Dort errang man in der Saison 1910/11 die Abteilungsmeisterschaft. Der Aufstieg zur A-Klasse wurde jedoch nicht geschafft. Dagegen brachte das Spieljahr 1913/14 die erneute Meister-schaft, die zum Aufstieg berechtigte. Der Aufwärts-trend wurde durch den 1. Weltkrieg jäh gestoppt. Viele kamen nach Beendigung des Krieges nicht mehr zurück.

Der Spielbetrieb wurde 1919 wieder aufgenommen, jetzt auf einem neuen Sportplatz an der Obertshäuser Straße, wo heute das Wohngebiet "Am Goldberg" liegt. Nach erfolgter Neueinteilung spielten wir in der A - Klasse, wo die Mannschaft im Jahre 1920 die Gaumeisterschaft nach einem Entscheidungsspiel gegen Teutonia Hausen errang. Mit diesem Erfolg rückten wir in die sogenannte Liga auf, spielten dort

jedoch mit wenig Erfolg und mußten 1922 wieder in die A-Klasse zurück. Im Jahre 1923 erfolgte sodann die Trennung von den Turnern, und es wurde der "Sportverein 06 Heusenstamm" neu gegründet, wobei hier besonderer Wert auf die Jugendarbeit gelegt wurde. Um das gute Nachwuchsmaterial richtig auszuwerten, wurde mit dem Internationalen Fritz Schnürle ein namhafter Trainer verpflichtet. Dessen systemvolle Trainingsarbeit wurde 1928 mit der ersten Südmainkreismeisterschaft belohnt. Auch wurde ein lang gehegter Wunsch verwirklicht, als sich die beiden den Fußballsport betreibenden Vereine "Sportverein 06" und Fußballverein 1919" am 11.10.1928 zum Fußballsportverein 1906 Heusenstamm" vereinigten. Unter der neuen Flagge wurden große Erfolge errungen: So wurde in der Saison 1929/30 erneut die Südmainkreismeister-schaft erzielt; jedoch der lange gehegte Wunsch, nämlich der Aufstieg, wiederum verfehlt. Dies gelang jedoch 1931, als der Aufstieg in die höchste Klasse des Süddeutschen Fußballverbandes - der Oberliga - im 3. Anlauf endlich gelang.

Mit diesem Ereignis wurde der Fußballsportverein 1906 und seine Mannschaft weit über die Grenzen Heusenstamms hinaus bekannt und geachtet. Das Team schlug sich auch in der Oberliga zunächst recht wacker und belegte nach Abschluß der Vorrunde hinter so renommierten Vereinen wie Eintracht und Fußballsportverein Frankfurt sowie Kickers Offenbach einen beachtlichen 4. Platz. Die Rückrunde brachte durch die verletzungsbedingten Ausfälle mehrerer Spieler fast nur noch Enttäu-   schungen. So landeten wir schließlich auf dem drittletzten Tabellenplatz, was den Abstieg aus der höchsten Spielklasse bedeutete.Unser Wille war jedoch ungebrochen. In der Verbandsrunde 1933/34 wurde unsere Mannschaft Meister im Bezirk Main-Taunus. Ein abermaliger Aufstieg glückte jedoch nicht. Eine große Erfolgsserie wurde abgeschlossen. Da auch einige Spieler ihre Laufbahn beendeten, sank das Leistungsniveau.

Erwähnenswert ist allerdings, daß 1934 der Sportplatz "Alte Linde" seiner Bestimmung übergeben wurde. Er ist heute noch die sportliche Heimat unserer Fußballer. Die nächsten Jahre waren einem Neuaufbau der Mannschaft gewidmet. Aus einer Mischung von jungen und bewährten Kräften wurde wieder ein schlagkräftiges Team auf die Beine gestellt. Diesem gelang in der Saison 1940/41 noch einmal die Meisterschaft im Südmainkreis.

Dann unterdrückte der 2. Weltkrieg jede sportliche Betätigung. Bei Kriegsende ergab sich eine traurige Bilanz: Mehrere aktive Spieler waren gefallen, andere waren noch in Gefangenschaft. Die Sportplatz-anlage war fast völlig zerstört. Zudem hatte die damalige Militärregierung jegliche Vereinstätigkeit untersagt. Nach Lockerung der Verbotsbestimmun-gen wurden die Vereinstätigkeit und der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Als wichtiges Ereignis sei der Zusammenschluß aller sporttreibenden Vereine zu einem Großverein "Turn- und Sportvereinigung Heusenstamm" genannt. Der "Fußballsportverein 06" wurde die Fußballabteilung innerhalb der TSV. Auf dem hergerichteten Sportplatz wurde wieder mit dem Fußballspielen begonnen. Auch stellten sich wieder Erfolge ein, die ihre Krönung mit der Erreichung der Meisterschaft in der A-Klasse im Jahre 1949 fand, womit der Aufstieg in die Bezirksklasse verbunden war.

In den Folgejahren war unsere Mannschaft stets in der Spitzengruppe der 2. Amateurklasse (heute Be-zirksoberliga) zu finden. Oftmals wurde die Meister-schaft nur knapp verfehlt. In der Verbandsrunde 1957/58 wurden wir der Bezirksklasse Ost zugeordnet. Als neuer Trainer kam Kurt Schreiner nach Heusenstamm. Unter seiner Leitung wurde die noch sehr junge Mannschaft, die ausschließlich aus Heusenstammer Jungs bestand, Meister ihrer Klasse.

Nach erfolgreichen Aufstiegsspielen wurde der Einzug in die höchste Amateurklasse Hessens, die damalige Landesliga, geschafft. Dieses Ereignis wurde durch den gemeindlichen Ortsfunk als Sonder-meldung den Heusenstammer Bürgern zur Kenntnis gegeben. Der Landesliga, heute heißt sie Oberliga, gehörten wir bis zum Jahre 1964 an. In diesen sechs Jahren lagen die größten Erfolge hinsichtlich des Fußballsports in Heusenstamm. Unserer Mannschaft unter der sportlichen Leitung von Helmut Preisen-dörfer gelang es, zweimal an der Deutschen Ama-teurmeisterschaft teilzunehmen.

Ein jeweils 2. Tabellenplatz war hierfür die Grund-lage. Mehr Zuschauer als bei diesen Endrundenspie-len dürfte der hiesige Sportplatz kaum gesehen haben. Erwähnt sei nur das Entscheidungsspiel um den Gruppensieg gegen den bayerischen Meister Haßfurt, dem mehr als 5.000 Zuschauer beiwohnten. Dieses "Hoch" im Heusenstammer Fußballsport war mit einer fast gleichalterigen Mannschaft erzielt worden. Im Verlaufe der Jahre haben daher einige Spieler die sportliche Betätigung aufgrund ihres Alters bzw. verletzungsbedingt aufgegeben.

Daher mußten wir leider 1964 aus der Landesliga in die Gruppenliga (heute Landesliga) absteigen. In dieser neuen Klasse konnten wir uns überwiegend gut behaupten. Zwar mußten wir 1969 den Abstieg in die damalige Bezirksklasse hinnehmen, konnten jedoch

bereits 1971 den Wiederaufstieg in die verlassene Spielklasse feiern. Der Landesliga gehörten wir bis 1982 und damit immerhin 11 Jahre an, bevor wir den Abstieg in die Bezirksklasse ( heute Bezirksoberliga) hinnehmen mußten. In dieser Liga spielte unsere Mannschaft bis 1988. Aufgrund verminderter Spiel-stärke, was vor allem auch auf eine verstärkte Kommerzialisierung im Fußballsport zurückzuführen war, mußten wir auch diese Spielklasse verlassen und mit der A-Klasse (heute Bezirksliga) vorlieb nehmen. Dieser gehörten wir bis 1997 und damit 9 Jahre an, bevor wir die Meisterschaft errangen und in die Bezirksoberliga aufstiegen, der wir gegenwärtig angehören.

Nun noch ein abschließendes Wort zur Substanz der Fußballabteilung: Unter ihrem Emblem betreiben z. Zt. 17 Mannschaften den Fußballsport, allein 14 Mannschaften im Jugendbereich. Damit wird die Förderung des Breitensports und der Körperertüch-tigung nachhaltig unter Beweis gestellt, treu dem alten Wahlspruch: "Wer die Jugend hat, dem gehört auch die Zukunft".

Der Vorstand zum Beginn des Jubiläumsjahres:

Abteilungsleiter                               Hans Knab

1. Stellvertreter                               Gerhard Kunzmann

2. Stellvertreter                               Gerhard Preisendörfer

Kassenwart                                    Clemens Ott

Schriftführer                                   Herbert Niederlechner

Stv. Schriftführer                            Lothar Kruck

Spielausschußvorsitzender           Dr. Dieter Zinke

Spielausschuß                               Karlo Kämmerer